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 Der natürliche Nährstoffkreislauf

Das Vorbild für den Kompost ist der Wald.
Der natürliche Stoffkreislauf wird sehr schön sichtbar. Die Bäume sammeln die Energie des Sonnenlichts durch ihr Blattgrün und bauen aus den einfachen Stoffen Wasser, es stammt aus dem Boden, und Kohlendioxid, es stammt aus der Luft, Zucker auf. Diesen Grundvorgang des Lebens nennt man Photosynthese. Es ist der Aufbau des energiereichen Stoffes Zucker. Aus diesem Zucker können die Pflanzen alle anderen Stoffe, die sie brauchen,  wiederum aufbauen.

Hieraus sind letztendlich Wurzel, Stamm und Krone gebildet.

Blätter, Zweige, Früchte, Tierkadaver u.s.w. alles sammelt sich am Waldboden. Dort bildet es die Streuschicht. Sie schützt den Boden vor Sonnenstrahlung, vor zu starker Verdunstung, Erosion durch Regen und Wind, sie filtert die Niederschläge - sie ist eine Art  natürlicher Mulchschicht.

Aus der Streuschicht entsteht durch allmähliches verrotten der gute Waldboden. Dazu muß all das organische Material erst einmal zerkleinert werden . Dafür sorgen Bodenlebewesen wie Asseln, Tausendfüßler, Springschwänze, Insektenlarven und die Regenwürmer. Drehe im Wald mal einen Stein um ! Sie bearbeiten das Ausgangsmaterial der Streuschicht soweit, daß es von Kleinstlebewesen (= Mikroorganismen) im Boden , Einzellern, Bakterien und Pilzen noch weiter aufgelöst werden kann. Warum tun diese Lebewesen das ?

Das organische Material enthält noch jede Menge Energie, die aus der Photosynthese stammt. Die Destuenten sind darauf spezialisiert, diese noch enthaltene Energie aufzubrauchen. Sie verbrennen zuerst die leicht abbaubaren Stoffe zu Wasser und Kohlendioxid und die Mineralstoffe werden frei. Wie jeder Verbrennungsprozeß verbraucht auch dieser Sauerstoff. Und es entsteht dabei die typische Kompostwärme, als Folge des intensiven, bakteriellen Abbauprozesses. So wird aus der Streuschicht der frische, wohlriechende, dunkle Waldboden.

Woher eigentlich diese dunkle Färbung ?

Die Mikroorganismen bauen das organische Material nicht auf einen Schlag total ab. Sondern der Abbauprozeß geschieht über mehrere Stufen. Dabei entstehen Zwischenprodukte. Diese Zwischenprodukte sind sehr wertvoll. Sie sind schwer abbaubar, haben also eine lange Lebensdauer. Sie speichern noch eine ganze Weile Stoffe und Energie im Boden und werden als Dauerhumus bezeichnet. Der Dauerhumus ist dunkel gefärbt und die Grundlage für jeden stabilen Boden.

Bei all dem wird das Volumen der Streuschicht schon mal um 50% vermindert. Nach genügend langer Zeit kann das organische Material aber auch vollständig abgebaut werden, sodaß nur noch Wasser, Kohlendioxid und die Minerale übrig bleiben. Man sagt der Boden ist dann vollständig mineralisiert.

Damit ist der Kreislauf geschlossen, denn die Ausgangsstoffe, die durch die Photosynthese zu Pflanzenmaterial wurden, sind nun alle wieder frei,  um aufs neue durch den Nährstoffkreislauf zu gehen.

 

  
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