Hecken oder- Formschnitt Mit Heckenschnitt ist hier der regelmäßige Schnitt von sog. Formhecken gemeint. Es gibt auch freiwachsende Hecken. In letzter Zeit sind besonders die freiwachsenden Blütenhecken beliebt geworden. Es handelt sich um eine Reihe von Blütenziersträuchern, die als Sichtschutz gepflanzt, locker und natürlich wachsen sollen. Sie werden nicht mit der Heckenschere bearbeitet, nicht in eine geometrische Form gebracht, sondern man schneidet sie ganz gewöhnlich wie andere Sträucher auch nach den Regeln des Erhaltungsschnitts. Die einzelnen Sträucher behalten ihre natürliche Gestalt. Es sind Hecken nach ihrer Funktion, nämlich Sichtschutz, Abgrenzung, Lärm-, Wind-, Staubschutz und Vogelschutz, aber nicht nach ihrer Form.
Die Hecke im engeren Sinne ist die Formhecke. Sie kann sehr klein sein, wie Einfassungshecken aus Buchsbaum, die man aus Bauerngärten ( 20 - 40 cm )oder auch barocken Schloßparkanlagen kennt. Die gewöhnliche Hausgartenhecke hat wohl eine Breite von 30 bis 80 cm und liegt in der Höhe zwischen 1 und 2 m. Man sollte aber daran denken, das es z. B. im Hamburger Stadtpark und in anderen Parks auch Hecken von 6 m Höhe gibt. Die Größe ist nicht das Entscheidende, sondern die Form. Die klassische Heckenform ist der Kasten, also eine Hecke mit senkrechten Wänden. Die Kastenform hat die Vorteile, daß sie weniger Platz braucht und sehr leicht zu schneiden ist. Manchmal kann man bei älteren Kastenhecken aber beobachten, daß sie unten durchsichtig werden, oder "auskahlen" wie man sagt. Die der Pflanze und ihrem Lichtbedürfnis etwas mehr entsprechende Form ist der Kegelstumpf, oder wie man etwas ungenau sagt die Pyramide. Die Wände sind nicht senkrecht, sondern werden unten breiter. Pyramidal geschnittene Hecken nehmen also mehr Platz in Anspruch und sind auch schwieriger zu schneiden. Aber sie kahlen unten nicht so leicht aus, denn die unteren Zweige stehen immer etwas weiter heraus und können so nicht von den darüber liegenden beschattet werden. Welche Form man einer Hecke gibt, ist natürlich Geschmackssache. Solche Formen lassen sich nur durch regelmäßigen Schnitt erreichen. Die jungen Triebe müssen regelmäßig eingekürzt werden, damit sie gezwungen werden, sich reich zu verzweigen. Nur so wird und bleibt die Hecke kompakt und undurchsichtig.Unterläßt man das Schneiden mal, wachsen die Pflanzen bald völlig aus der Form. Gut, aber wann und wie häufig soll man denn schneiden. ? Hier müssen wir erst mal das über den Haufen werfen, was für den Erhaltungsschnitt galt. Denn der Heckenschnitt wird nicht in der Winterruhe durchgeführt ! Wer die Natur schon einmal genau beoabachtet hat, hat vielleicht festgestellt, daß die Gehölze mitten im Sommer eine Art Pause einlegen. Im Frühjahr treiben sie kräftig aus, man sieht es am frischen Grün. Um die Zeit des Johannistages, das ist der 24. Juni, nimmt der Zuwachs ab und das Grün wird merklich dunkler. Es herrscht eine Art Sommerruhe. Danach kommt es aber zu einem erneuten, zweiten Zuwachsschub, der Johanni-Trieb genannt wird. Man erkennt ihn wieder an dem frischen Grün. Legt man sich darauf fest, daß man die Hecke zwar regelmäßig, aber nur einmal pro Jahr schneiden will - dafür spricht der geringere Arbeitsaufwand oder die geringeren Arbeitskosten - , dann sollte man den Johannistag verstreichen lassen und vor dem neuen Austrieb schneiden. Denn wenn die Hecke nach dem Schnitt an einigen Stellen etwas durchsichtig geworden ist, dann schließt der Johannitrieb diese Lücken sogleich wieder. Also empfiehlt sich als Schnittzeitpunkt, wenn die Hecke einmal pro Jahr geschnitten wird, der Juli. Man achte aber darauf, ob in der Hecke Vögel nisten. Ist das der Fall, sollte man sie zu Ende brüten lassen, also bis in den August warten. Es spricht einiges dafür, häufiger im Jahr zu schneiden. Die Form der Hecke wird noch exakter gewahrt, die Verzweigung und Dichtheit der Hecke ist noch besser ausgeprägt, man hat auch jeweils leichtere Arbeit, denn das Schnittgut ist noch nicht so verholzt und läßt sich somit leichter kompostieren. Hat man sich entschieden die Hecke zweimal pro Jahr zu schneiden, so führt man den einen Schnitt noch vor dem Austrieb im zeitigen Frühjahr durch und den anderen im August. Es gibt aber auch einige Leute, denen dies noch zu wenig ist. Und in der Tat! Spitzen-gepflegte Hecken werden bis zu fünfmal im Jahr geschnitten.  Eignen sich überhaupt alle Gehölze als Formhecken - Pflanzen ? Nein. Unsere klassischen Heckenpflanzen, die sich alle wunderschön dafür eignen - den Buchsbaum lassen wir mal außer Acht -, sind: Der Liguster ( Ligustrum vulgare ) Die Alpen-Johannisbeere ( Ribes alpinum ) Der Feldahorn ( Acer campestre ) Der Weißdorn ( Crataegus monogyna ) Die Rotbuche ( Fagus silvatica ) Die Hainbuche ( Carpinus betulus) Dies alles sind Laubgehölze. Nadelhecken sind seltener, doch es gibt Hecken auch aus Nadelgehölzen ( Koniferen ). Doch muß man dazu wieder einiges bemerken.
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