Koniferen als Heckenpflanzen Ohne Einschränkung als Heckenpflanze geeignet sind die Eibe ( Taxus baccata ) und der Lebensbaum ( Thuja occidentalis ). Die heimische Eibe ( übrigens giftig !) kann man bis ins alte Holz zurückschneiden, sie wird immer wieder austreiben. Man sagt, sie ist stark schnittverträglich. Aus diesem Grunde wird sie von altersher zu verschiedenen Formen für bestimmte Anlagen und Parks geschnitten und findet als edle Heckenpflanze Verwendung Für den Lebensbaum gilt in etwa daselbe. Er kam schon vor Jahrhunderten aus Nordamerika zu uns. Auch der Lebensbaum ist schnittverträglich und unempflindlich gegen Frost. Er wird zwar im Winter etwas braun, kommt aber schnell wieder zu gewohnter Frische. Thuja soll nicht bei Hitze und direkter Soneneinstrahlung geschnitten werden, da sie dann leicht mit Verbrennungen reagiert. Die Thujenhecke gehört inzwischen zum traditionellen Dorfbild in Bayern. Diese beiden, Taxus und Thuja, bilden im Grunde die Außnahme bei den Koniferen. Die Regel ist nämlich, daß Koniferen nicht schnittverträglich sind. Wenn man allerdings weiß wie, läßt sich doch noch einiges machen. Der Fachmann kann auch noch die Scheinzypresse, die Hemlockstanne und die Lärche bis zu einem gewissen Grade schneiden. Aber für alle anderen Koniferen ist der Rückschnitt tötlich ! Die Koniferen legen ihre Seitenknospen im ein- und zweijährigen Holz an. Die Knospen treiben aus und bilden die für die Koniferen charakteristische symmetrische Verzweigung. Sie haben im Gegensatz zu den Laubgehölzen keine schlafenden Augen als Reserve im alten Holz angelegt. Wenn also bis ins alte Holz geschnitten wird, so gibt es keine schlafenden Augen, die nun austreiben könnten, um die Lücke zu schließen. Man kann darum Koniferen nicht wie Laubgehölze schneiden. Aber dennoch findet man, allerdings sehr selten, Fichten- oder Kiefernhecken und Formen. Wie kommt das? Die Kiefern treiben im Mai bis Juni ihre frischen Triebe aus, ihre sogenannten "Kerzen". Wenn man diese, solange sie noch jung und weich sind, um die Hälfte oder etwas mehr zurückschneidet, bekommt man folgenden Effekt: Die Pflanze hat weniger Zuwachs, verzweigt sich viel dichter und wird kompakter - also heckenmäßiger. Dies gelingt allerdings nur, wenn man regelmäßig, von jung an, mit der Baumschere Kerze für Kerze einkürzt. Ähnliches gilt für Fichten oder auch Douglasien. Die jungen Spitzen werden einzeln mit der Baumschere eingekürzt. Weniger Zuwachs und mehr Verzeigung ist das Ergebnis. Doch muß man auch die Seitenzweige mit einkürzen. Auf diese anspuchsvolle Weise gelingt es Hecken über Jahre zu formieren und im Zuwachs zu begrenzen. Man darf aber nicht in das mehrjährige oder alte Holz schneiden ( siehe oben ); so erzeugte man nur häßliche Lücken, denn die Triebe vertrocknen, sind nicht mehr fähig, neu auszutreiben und verkahlen an der Stelle. Ganz besonders schlimm ist das bei Pflanzen, die ohne Ballen geliefert werden. Sie wurden gerodet, der Wurzelerdballen ausgeschüttelt, oft verbrachten sie noch eine Zeit im Kühlhaus oder im Einschlag und nur noch ein geringer Teil der ursprünglichen Wurzel ist funktionsfähig. Auch wenn die Gehölze falsch gelagert oder transportiert wurden, z. B. ohne Abdeckung auf der Ladefläche durch die Gegend gefahren worden sind, ist die Wurzel stark beeinträchtigt. Und solches Wurzelwerk kann unmöglich die alte, uneingeschränkte Menge von Ästen und Zweigen oben versorgen. Weit weniger stark geschädigt ist die Wurzel bei Ballenware. Das sind Pflanzen, die mit ihrem Erdballen ausgestochen, balliert und geliefert werden. Besonders wenn es sich um Qualitätsballen handelt, und nicht um sog. Kunstballen. Ganz und gar intakte Wurzelballen haben die Containerpflanzen. Von Jugend an wurden sie in Töpfen, den Containern, gezogen und alle Wurzeln haben sich ohne Störung in ihrem Behälter bilden können. Diese können fast das ganze Jahr über gepflanzt werden und brauchen auch keinen Pflanzschnitt. Also bei Sträuchern und Bäumen mit Ballen eher weniger schneiden, etwas auslichten und einkürzen, denn je stärker das Wurzelwerk erhalten ist, desto schwächer der Rückschnitt. Bei Pflanzen ohne oder mit geschädigtem Ballen aber müssen wir einen kräftigen Pflanzschnitt wagen. Dabei beginnt der Pflanzschnitt beim Wurzelwerk. Man erkennt eingerissene, gequetschte oder ausgefranste Wurzeln. Die werden am besten mit der Hippe bis ins gesunde Gewebe zurückgeschnitten. Denn Bildung und Neuaufbau der Wurzeln geschieht besser von einem frischen, sauber geschnittenen Stück aus, als von Wurzelruinen. Wenn ganze Büschel von vertrockneten Kleinwurzeln noch da sind, schneidet man die besser auch ab. Dies nennt man den Wurzelschnitt.
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