Mähen Warum wird gemäht? Die in der Natur vorkommenden Weide kommt der Vegetationsform "Rasen" am nächsten. Durch die Weidetiere wird durch Tritt und Fraß ständig eine Selektion der Pflanzen herbeigeführt. Nur die Pflanzen, die sich unter diesen Bedingungen regenerieren können, überleben. Bleibt eine Beweidung aus, entwickeln sich eher hochwachsende samenausbildende Obergräser; ausläufertreibene Untergräser werden verdrängt und mehr Kräuter siedeln sich an. Bei uns im Garten übernimmt der Rasenmäher die Funktion der Weidetiere. Auch hier gilt: bei ausbleibendem Schnitt entwickelt sich eine Wiese. Je nach angestrebter Benutzung sollte gemäht werden; bei einem hohen Gras entwickelt sich keine belastbare Grasnarbe. Wie oft wird gemäht? Die Häufigkeit des Mähens hängt neben der angestrebten Benutzung auch vom Arbeitsaufwand ab. Wird seltener gemäht, fällt mehr Schnittgut an und muß entfernt werden. Diese manchmal mühselige Arbeit läßt sich durch häufiges Mähen umgehen. Kleine Mengen Schnittgut können liegenbleiben, man führt so den Rasen auf natürliche Art und Weise Dünger zu. Mähen bei Wuchshöhe in cm | Schnitthöhe in cm | Mähen pro Jahr | Bemerkung | Gebrauchsrasen | 6 -10 | 3 | 16 - 20 | Bei extensiv gepflegten Rasen ca. 10 Schnitte nötig | Spielplatzrasen | 6 - 10 | 3 | 8 - 10 | Landschaftsrasen | 4 - 6 | 2 | Parkplatzrasen | 6 - 12 | 4 | 8 - 10 | Zierrasen | 4 - 7 | 2 | 25 - 30 | | | Je nach Witterung kann der erste Schnitt schon im März nötig sein. Ausnahme bei Blumenzwiebeln im Rasen, hier wird erst gemäht wenn das Laub der Zwiebelpflanzen vergilbt ist. Der letzte kurze Schnitt erfolgt im November. Es ist unbedingt erforderlich, daß das Mähgut und Laub, um Winterschäden vorzubeugen, entfernt wird. Womit wird gemäht? Sichelmäher sind robuste, motorangetriebene Geräte für kleine Flächen. Auch relativ hohes Gras kann mit dem Sichelmäher gemäht werden.Im Handel wird eine Vielzahl von Geräten angeboten. Wir finden neben elektrisch angetriebenen Mähern solche mit Zwei- und Vier-Takt Motor. Leicht in der Handhabung und besonders geeignet für Böschungen sind die sogenannten Luftkissenmäher. Den saubersten Schnitt ergibt der Spindelmäher, bekannt durch unsere alten Handmäher. Das Gras wird hierbei wie mit einer Schere , zwischen dem feststehenden Untermesser und den Messern der rotierenden Mähspindel, abgeschnitten. Die angebotenen Handschiebemäher eignen sich für kleinere Rasenflächen, für einen idealen "englischen" Rasenschnitt. Die Firma Atco bietet mit E-Motor oder Benzinmotor angetriebene Spindelmäher für den privaten Hausgarten an. Große motorisierte Spindelmäher werden bei intensiv zu pflegende Flächen eingesetzt. Sie haben eine hohe Flächenleistung, versagen aber bei zu hohem Gras. Balkenmäher werden vornehmlich für das Mähen von hohem Gras eingesetzt. Vom Prinzip her wird, wie bei unseren Heckenscheren , ein Messerbalken zwischen den dreieckig geformten Deckplatten hin - und herbewegt. Die Schnittqualität ist nur ausreichend für extensive Wiesenflächen. Die Rasentrimmer haben die gute alte Rasenschere abgelöst. Sie erledigen die notwendige Feinarbeit an Mauern, Zäunen, Ecken der Rasenflächen sowie zwischen Bäumen und Sträuchern. Für jeden Garten gibt es mittlerweile das passende Gerät. Leichte einfache Geräte lassen sich mit einer Hand bedienen und eignen sich für kleinere Flächen. Sie werden von 220 Volt- Elektromotoren angetrieben und kosten um 100 DM. Teurer, aber auch Leistungsfähiger sind die Rasentrimmer mit einer Leistung von 200 - 400 Watt. Sie sind in der Regel schon mit einem Doppelfaden ausgestattet. Robustere Geräte haben den Motor oben am Stiel, und mit Tragegurt lassen sie sich gut bedienen. Ein Standard ist mittlerweile der sich vollautomatisch weiterspulende Nylonfaden. Eine Alternative bei fehlenden Stromanschluß bieten die Akkutrimmer. Profigeräte für größte Anforderungen sind die sogenannten Freischneider oder Motorsensen, welche sich neben den Nylonfaden auch mit Plastikmessern bis hin zum Kreissägeblatt für die Biotoppflege aufrüsten lassen. | Schnittgutverwendung beim Rasenmähen | | Fällt bei der Rasenmahd nur wenig Schnittgut an und ist das Wetter trocken und warm, kann der Rasenschnitt liegenbleiben, weil er rasch verwelkt. Grössere Mengen verwendet man besser zum Mulchen auf Gemüse- und Blumenbeeten oder für die Kompostmiete. Das ist vor allem angebracht, wenn die geschnittenen Gräser lang und verklumpt sind. Im Kompost muss das Schnittgut mit holzigen, luftigen Materialien gemischt werden, damit es unter Sauerstoffzufuhr rottet und nicht unter Luftabschluss fault. Lange Gräser, die nach der Mahd auf dem Rasen belassen werden, fördern die Verfilzung des Grasteppichs. Auf der Bodenkrume bildet sich eine dünne, humose Schicht des zer-setzten Schnittguts, in die hinein die Rasengräser neue Wurzeln treiben. Das wird bei der ersten Trockenperiode zum Problem, weil die Filzschicht und mit ihr die eingewurzelten Rasengräser rasch austrocknen. Eine komfotable Verwendung des Schnittguts gewährleisten Mulchmäher, die der Gartenfachhandel anbietet. Mit einer speziellen Mähglocke ausgerüstet, schneiden sie die Gräser mehrfach und häckseln sie im gleichen Arbeitsgang klein. Das fein gehäckselte Schnittgut wird vom Mäher in die Rasennarbe geblasen, wo es rasch verrottet. Aber auch das Mulchmähen macht nur Sinn bei warmem Wetter und trockenem Gras. Die Mulch-mahd auf feuchtem Boden führt ebenfalls oft zur Verfilzung, die mühsam durch Vertikutieren kompensiert werden muss. | | | Gartenmax Tipp Vergilbter Rasen Nicht selten verfärben sich Rasenflächen, vergilben die Gräser und sterben ab. Oft ist das ein Indiz für eine zu geringe Schnitthöhe beim Mähen. Ursache dafür kann aber auch Nährstoffmangel sein. Bei den ersten Anzeichen der Vergilbung sollte man deshalb eine Bodenanalyse machen lassen und massgerecht düngen. | | | |
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