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Eine besondere Art des Erhaltungsschnittes ist das

Schneiden der Rosen.

In der botanischen Gattung Rosa finden wir viele Arten und noch viel mehr gezüchtete Sorten, die bei uns als Ziersträucher eine ungeheure Verbreitung gefunden haben. Viele davon sind einheimisch, oder doch so gut wie.

Wildrosen, wie die Hundsrose, die bei uns in den Knicks oder im Feldrain wächst, sind regelrechte Büsche von der Wurzel bis in die Spitze und so werden sie auch geschnitten.

Als Strauch- oder Parkrosen werden Sorten, z.B. "Bischofsstadt Paderborn", verstanden, die strauchartig wachsen und überreich mit besonderen Blüten blühen. Sie sind in ihren Eigenschaften den Wildrosen so ähnlich, daß sie auch wie diese geschnitten werden.
Die Beetrosen sind keine einheimischen, unkomplizierten Vertreter der Gattung Rosa mehr. Sie sind das Ergebnis jahrhunderte langer züchterischer Bearbeitung. Vor langer Zeit gelang es durch die Einkreuzung von Rosenarten aus Ostasien ( dort, wo auch
der Tee herkam ) Rosen zu züchten, die eine Einzelblüte mit edlem Charakter auf einem langen Stiel haben. Man nannte diese Gruppe der Beetrosen Tee- und Tee-Hybrid-Rosen. Andere Gruppen der Beetrosen haben viele Blüten an einem Stiel und werden Polyantha - oder Floribundarosen genannt.
Allen Beetrosen ist aber eine entscheidende Tatsache gemeinsam : sie sind alle veredelt. Wie, was bedeutet das nun wieder ? Alle Beetrosen, die wir kaufen wurden, in der Baum- oder Rosenschule nicht durch Aussaat, sondern vegetativ durch Pflanzenteilstücke vermehrt. Wieso, soll uns hier nicht weiter interessieren, nur wie dies geschah ist zum Verständnis der Beetrosen wichtig.

Unter die Rinde einer wilden Rose, Wildling oder auch Unterlage genannt, wurde das Auge einer edlen Rose gesetzt und es verwuchs dort mit der wilden Unterlage. Diesen Vorgang nennt der Gärtner Okulation. Später, nachdem das Edelauge ausgetrieben war und sich zum Edelreis entwickelt hatte, schnitt der Baumschulgärtner alle Zweige des Wildlings radikal ab. Wurzel und Wurzelhals unserer Beetrosen ist und bleibt also die wilde Unterlage. Alle Zweige aber sind ganz und gar Edelrose.

Nun kann es die Unterlage aber nicht lassen ab und zu doch noch aus einem ihrer schlafenden Augen auszutreiben.Diese Wildtriebe schieben sich zwischen den edlen Trieben hoch, man bezeichnet dies als Durchtreiben der Unterlage. Der Laie erkennt sie oft gar nicht, selbst dann nicht, wenn sie ihre eigenen "unedlen" Blüten bilden. Der Wildling ist meist vitaler als das Edelreis, so ist nicht selten zu beobachten, daß lauter Wildlinge in einem Rosenbeet blühen und die ursprünglich gepflanzten Beetrosen schon lange abgestoßen wurden.

Wie kann man das verhindern ? Man muß sorgfältig schauen, ob aus der Erde oder dem Wurzelhals, jedenfalls unterhalb der Veredelungsstelle, ein Trieb der Unterlage hervorkommt, und diesen abschneiden. Am besten beim jährlichen Schnitt kontrolliert man die Rosen auf Wildtriebe. Mit der Zeit bekommt man einen Blick dafür.

Was wir hier bei den Beetrosen gelernt haben, läßt sich auch leicht bei den übrigen veredelten Pflanzen anwenden. Die Sorten von Gartenflieder sind auf den gewöhnlichen Flieder, oder Zierkirschen-Sorten auf Vogelkirschen-Unterlagen veredelt. Bekannt ist das Beispiel des Mandelbäumchens, einer beliebten Vorgartenpflanze. Wenn man hier nicht auf die durchtreibenden Wildtriebe der Unterlage acht gibt, wird alsbald ein wildes und großes Pflaumenbäumchen den Vorgarten zieren, wo doch das zarte Rosa der Mandelblüte sein sollte.

Also: Achtung auf Wildtriebe, denn solches durchtreiben läßt sich nur durch Schnitt verhindern! Und für das Übrige des Rosenschnitts gilt: Im Spätherbst wird die Beetrose etwa um zwei Drittel zurückgeschnitten. So läßt man sie durch die Frostperiode gehen. Also erst einmal wie beim Erhaltungsschnitt üblich die kranken und vertrockneten, die zu dicht stehenden, die überalterten u.s.w. Triebe schneiden, dann auch die zu schwachen Triebe, die keine richtige Blüte tragen werden, entfernen. Und erst nach den Frösten im zeitigen Frühjahr, wenn die Winterfröste vorüber sind und keinen Schaden mehr anrichten können, wird noch einmal schärfer zurückgeschnitten. Dabei ist es eine alte Streitfrage wie scharf, also wieviele Augen stehen bleiben sollen.Je schärfer der Rückschnitt erfolgt, desto weniger, aber längere und kräftigere Stiele erscheinen, jedoch auch weniger Blüten. Ist die Rose von Hause aus eher kräftig und aufrecht wachsend, so langt es 6 bis 8 Augen stehen zu lassen. Erscheint sie eher nieder und schwächer wachsend, so kann man nur 3 bis 5 Augen stehen lassen.
 

  
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