Obstbäume selbst veredeln| In manchem Obstgarten stehen noch wahre Kostbarkeiten: Alte Obstbäume in seltenen, schönen Lokalsorten, die es in Baumschulen längst nicht mehr gibt. Solche Bäume und Sorten kann man selbst vermehren, verjüngen und erhalten. Das Stichwort heisst Veredeln. Veredeln bedeutet: Zwei Pflanzenteile zu einem Baum zusammenfügen. Denn fast jeder Obstbaum besteht aus zwei Teilen - aus einem Wurzelteil, Unterlage genannt, und einer aufgesetzten Edelsorte. Im kalten Winter, noch bevor die Pflanzensäfte wieder steigen, kann man Unterlagen mit Edelreisern, die man vom eigenen Obstbaum schneidet, zu neuen, jungen Bäumchen zusammenfügen. Unterlage und Edelreis wachsen fest zusammen und beeinflussen sich in Wuchs und Fruchtbarkeit gegenseitig. Unterlagen erhalten Sie, manchmal nur auf Bestellung, in Baumschulen. Für die Veredelung braucht man eine Gartenschere, ein scharfes Messer, Veredelungs-Bast oder -klebestreifen für die Verbindung und Wundpaste für die Abdichtung der Schnittstellen. Eine der wichtigsten Techniken ist die Kopulation: Unterlage und Edelreis werden jeweils mit einem glatten, planen Schnitt schräg angeschnitten und zusammengefügt, mit Gummi oder Klebestreifen straff verbunden; dann wird die Wunde abgedichtet. Die Jungbäumchen sollten in Töpfe gepflanzt und bis zum Frühjahr kühl gelagert werden. | | | Gartenmax Tipp Vielfalt bei Apfelbäumen Die meisten Apfel-Unterlagen sind sogenannte Typen-Unterlagen: Ihre Eigenschaften sind genau bekannt, sie sind durchnummeriert und mit den Buchstaben M (z.B. M 9), MM (z.B. MM 111) oder A (A 2) gekennzeichnet. Die breite Palette reicht von extrem schwachwüchsigen Unterlagen (M 27, ergibt Bäum-chen von nur 2 m Höhe) bis starkwüchsigen wie M 11 und A2. Aus denen entstehen große, kräftige, 5-6 m hohe Apfelbäume. Heute veredelt man sehr häufig auf die Unterlagen MM 106 oder M 7. Sie sind recht frostfest und auch für leichtere, trockenere wie feuchtere Böden geeignet. | | | |
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