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Was ist Holz 

Der Lebensraum auf dem Planeten Erde ist begrenzt und alle Pflanzen versuchen, ans Licht zu kommen. Die Pflanzen, die stabil hoch hinaus kommen, haben sich neuen Lebensraum erobert; Das sind die Gehölze. Denken wir dabei an die Urwaldriesen, die bis zu 150 m hoch und bis 1000 Jhre alt werden können. Aber auch unsere einheimische Linde kann 30 m hoch werden.Die Eigenschaften des Holzes nutzen Menschen seit alten Zeiten für Bretter und Balken,Schiffe, Häuser, Kisten, Möbel u.s.w. aus.
Es sind zwei Stoffe, Lignin und Zellulose genannt, die die Gehölzpflanzen in die Zellen bestimmter Gewebe einlagern, um diese Eigenschaften zu erreichen. Der innere Aufbau der Zweige, Äste und Stämme von Sträuchern und Bäumen, Nadelbäumen wie Laubbäumen ist im Prinzip genau gleich gestaltet !



Außen ist die Rinde oder Borke (1). Sie besteht aus speziell für ihre Aufgabe gebildeten aber bereits abgestorbenen Zellen. Sie soll die lebendigen und empfindlichen Gewebe weiter innen vor Strahlung, Austrocknung, Kälte, Verletzung u.s.w.schützen - ein typisches Abschlußgewebe.

Unter der Rinde liegt das Bastteil, botanisch auch Phloem genannt ( 2 ). Dieses Gewebe setzt sich aus meist unverholzten Zellen zusammen. Es ist sehr aktiv, denn in seinen Röhren wird der Saft des Gehölzes mit den Assimilaten von den Blättern oben nach unten geleitet, es ist also ein Leitungsgewebe.

Alle Lebensvorgänge verbrauchen Energie. Der Trägerstoff der Energie ist in den Pflanzen wie bei Tieren der Traubenzucker. Es ist eine Grundtatsache des Lebens, daß der Traubenzucker nur von den grünen Pflanzen aus Wasser Kohlendioxid und dem Sonnenlicht (liefert die Energie) hergestellt werden kann. Dieses ist die Photosynthese. Der in den Blättern der Gehölze produzierte Traubenzucker wird durch die Leitungsbahnen des Bastteils zu allen Orten der Pflanze tranportiert wo er gebraucht wird. Auch die Wundheilung verbraucht eine Menge Energie und sie kann nur vonstatten gehen, wenn das Bastteil auch ungehindert an die Wundränder kommt, um Traubenzucker zu liefern.

Das wird uns vielleicht deutlicher, wenn wir an die Gewinnung von Ahornsirup denken. Dabei wird das Bastteil unter der Rinde des kanadischen Zuckerahorn angezapft und der süße Phloemsaft - Ahornsirup - gesammelt.

Unter dem Bastteil liegt ein sehr wichtiges Gewebe, das Kambium ( 3 ). Das Kambium ist ein Bildungsgewebe, das aus lauter jungen, nicht weiter spezialisierten, teilungfähigen Zellen besteht. Es liegt sozusagen ringförmig zwischen dem eigendlichem Holz innen und dem Bastteil und der Rinde außen. Die Zellen des Kambiums teilen sich andauernd und wandern dann nach außen und werden zu Bast- bzw. Rindenzellen, oder sie wandern nach innen, wo sie zu Zellen des Holzteils werden Man sieht leicht die Bedeutung des Kambiums, dieses Bildungsgewebes, ein: hier findet Zellteilung und Wachstum statt, von hier aus geht die Verzweigung, die "schlafenden Augen" liegen hier, von hier aus geht die Wundheilung von statten.

Will der Gärtner feststellen, in welchen Teilen eines Gehölzes noch Leben ist, dann schabt er an einer Stelle mit dem Gärtnermesser vorsichtig Rinde und Bast weg. Findet er das Kambium feucht und grünlich-weiß, gut ! Ist es aber trocken und gelblich-braun, dann ist hier auch kein Leben mehr zu erwarten.

Wie schon erwähnt liegt unter dem Kambiumring das eigentliche Holz oder Holzteil. Wir unterscheiden außen das oft weichere Splintholz und innen das harte Kernholz.

Das Splintholz (4) ist mit den jungen Jahresringen entstanden, es enthält noch lebendige Zellen und seine Hauptaufgabe besteht im Wassertransport von den Wurzeln zu den Blättern hoch. Meist wird das Splintholz nicht älter als einige Jahre und geht dann ins Kernholz über. Es verliert dann seine lebenden Zellen, wird also tot und leitet dann auch kein Wasser mehr. Dies ist von Baumart zu Baumart immer etwas verschieden. Pappeln und Weiden bilden z.B. überhaupt kein Kernholz aus.

Das Kernholz (5) ist der "tote" Teil des Baumes, der der Festigung dient. Er unterscheidet sich vom hellen Splintholz meist durch seine dunklere Farbe, die durch die Einlagerung von Gerbstoffen zum Schutz gegen Pilze, Bakterien und Insekten hervorgerufen wird und durch größere Festigkeit
Da wir gerade dabei sind: Wie lassen sich die Jahresringe erklären ? Sie entstehen dadurch, daß im Frühjahr große und weite Leitungszellen im Splintholz gebildet werden, um große Mengen Wasser nach oben zu leiten. Zum Herbst hin jedoch kleinere dickwandige Gefäße.Im nächsten Frühjahr wieder große und .... so bildet sich durch die Jahreszeiten hindurch Ring um Ring, an denen wir das Alter der Bäume ablesen können.

Die Aufnahme des Wasser aus dem Boden geschieht mittels der Haarwurzeln (a). Jeweils ganz am Ende des vielverzweigten Wurzelsystems befinden sich mikroskopisch kleine Wurzelspitzen, die allein fähig sind, Wasser aus den Hohlräumen des Bodens in die Pflanze zu bringen. Durch die Zellwand der Haarwuzeln tritt das Bodenwasser und die darin gelösten Mineralien in die Pflanze ein und wird über den sog. Zentralzylinder (b) in der Wurzel direkt in die Leitungsröhren des Splintholzes gespeist.


Zu bemerken ist, daß allein die Haarwurzeln an den jungen Wurzelspitzen Wasser aufnehmen können. Die älteren Wurzelteile sind nicht mehr in der Lage, Wasser aufzunehmen. Diese Tatsache hat eine große Bedeutung für das Umpflanzen von Gehölzen. Denn beim Ausstechen werden ja gerade die Haarwurzel abgetrennt. Die Pflanze kann also erst wieder Wasser aufnehmen, wenn sie neue Haarwurzeln gebildet hat.

 

  
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